Photoshop 2026 im Agenturtest: wie hilfreich sind die neuen Features?

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Ständig neue Updates, ständig neue KI-Funktionen – das kennen wir aus fast allen Kreativ-Tools. Mit Photoshop 2026 setzt Adobe wieder stark auf Künstliche Intelligenz. Auf dem Papier klingt das nach „noch mehr Magic Button“. Spannender ist für uns allerdings die Frage: Hilft uns das im Agenturalltag wirklich – oder ist es nur Marketing?

Wir haben die neue Version in den letzten Wochen in echten Projekten getestet: von Freistellern für OoH-Kampagnen über Social Ads bis zur berühmten „Kannst du das mal eben größer machen?“-Anfrage. Als Testmotiv musste unser Agenturhund Frida herhalten – und durfte kurzerhand in die Wüste umziehen. Für das Composing kamen überwiegend automatische Funktionen zum Einsatz, angefangen mit „Hintergrund entfernen“.

Im Folgenden zeigen wir, welche Features uns im Alltag wirklich weiterbringen – und wo Photoshop 2026 aus unserer Sicht noch Luft nach oben hat.  

Harmonisieren – endlich kommt das Licht aus der richtigen Richtung

Die KI-gestützte Funktion „Harmonisieren“ passt ein freigestelltes Objekt an seinen Hintergrund an. Dabei wird berücksichtigt, aus welcher Richtung das Licht kommt, wie hell es ist und welche Farbigkeit das Bild hat. Und das Objekt bekommt sogar Schatten. Damit löst die neue Funktion ein Problem, das uns in der Bildbearbeitung seit Jahren begleitet: freigestellte Objekte glaubwürdig in einen neuen Hintergrund zu integrieren.

Das Tool im Detail:

Die neue Funktion analysiert:

  • aus welcher Richtung das Licht kommt
  • wie hell das Bild ist
  • welche Farbigkeit und Stimmung der Hintergrund hat

Das Tool funktioniert sehr ähnlich wie das generative Füllen. Per KI wird hier das gesamte Objekt neu generiert – inklusive Schatten und der angrenzenden Hintergrundbereiche. Photoshop erstellt KI-basiert neue Bildinhalte, statt nur vorhandene Pixel zu verschieben.

In der Praxis bedeutet das:

  • Die Ergebnisse wirken insgesamt harmonisch und sind für viele Anwendungen sofort einsetzbar.
  • Die Qualität fällt je nach Vorschlag unterschiedlich aus. Aus drei Varianten wählen wir die beste Option.
  • Bei genauerem Hinsehen wirkt das Ergebnis leicht künstlich – ein wenig wie eine digitale Illustration.

Trotzdem: Für uns ist „Harmonisieren“ ein echter Fortschritt. Bisher mussten Hintergründe immer zur Lichtstimmung des Motivs passen. Eine starke Lichtquelle nachträglich „zu drehen“ war mit klassischer Retusche kaum machbar. Dass dies nun nicht mehr der Fall ist, führt zu neuen Möglichkeiten beim Erstellen von Key Visuals, kreativen Postings, Ads und vielem mehr.

Verbessert: Einstellungsebene „Farbe & Dynamik“

Fast ein bisschen erstaunlich, dass es so lange gedauert hat: Die Einstellungsebene „Farbe & Dynamik“ hat endlich einen Regler für die Farbtemperatur bekommen. Diese wichtige Einstellung ließ sich bisher nur über den „Camera Raw-Filter“ vornehmen. Zusammen mit den anderen Optionen in diesem Fenster kann ich nun alle wichtigen Farbanpassungen über nur eine Einstellungsebene vornehmen.

Das klingt unspektakulär, spart in der Praxis aber spürbar Zeit. Gerade für:

  • schnelle Korrekturen im Tagesgeschäft
  • provisorische Entwürfe, um Motive zu testen
  • Bildserien, die eine einheitliche Grundstimmung brauchen

Mit wenigen Handgriffen lässt sich nun eine stimmige Bildwirkung erzeugen – ohne jedes Mal in zusätzliche Filter springen zu müssen.

Generatives Füllen – jetzt mit mehreren KI-Modellen

Das generative Füllen mit Adobes KI „Firefly Image“ ist seit 2023 fester Bestandteil unseres Workflows. In Photoshop 2026 kommt nun ein spannender Zusatz:

Wir können neben Firefly auch FLUX Kontext Pro und Gemini (Nano Banana) als KI-Modelle wählen.

In der Theorie heißt das:

  • mehr kreative Optionen
  • andere „Bildsprachen“
  • flexiblere Ergebnisse, insbesondere bei komplexeren Ergänzungen

In der Praxis erleben wir aktuell allerdings noch einen Glücksfaktor:

  • Die Ergebnisse lassen sich nicht immer sauber in den Hintergrund integrieren.
  • Manche Objekte wirken losgelöst oder stilistisch nicht passend.
  • Für professionelle Bildwelten müssen wir nach wie vor gezielt auswählen und nachbearbeiten.

Unser Zwischenstand (Stand: November 2025):

Die neuen Modelle sind interessant, aber noch nicht so zuverlässig, dass wir sie im Agenturalltag als Standard einsetzen. Wir gehen davon aus, dass Adobe hier in den kommenden Monaten deutlich nachsteuert – das Potenzial ist klar erkennbar.

Generativ hochskalieren – endlich groß ohne Pixelmatsch

Ein Klassiker in der Zusammenarbeit mit Kunden: Ein Motiv soll plötzlich für ein 2-Meter-Lkw-Branding oder ein großflächiges Plakat genutzt werden – das Ausgangsbild ist aber eigentlich zu klein. Bisher bedeutete das oft Kompromisse bei Schärfe und Qualität.

Mit dem neuen generativen Hochskalieren wird dieses Problem deutlich kleiner:

  • Das gesamte Bild wird KI-unterstützt neu berechnet.
  • Proportionen und Farbwirkung bleiben erhalten.
  • Kanten, Details und Schärfen werden neu erzeugt, statt nur vergrößert.

Zur Auswahl stehen verschiedene KI-Modelle, u. a.:

  • Adobes „Firefly Upscaler“
  • zusätzliche Modelle von Topaz, die über Credits genutzt werden können

Wie man im Beispiel sehen kann, wird das Bild sehr scharf und detailreich. Sogar einzelne Haare werden erstellt. Das funktioniert erstaunlich gut, hat aber dasselbe Problem wie die bereits beschriebene Funktion „Harmonisieren“. Bei genauem Hinschauen wirken die Bilder künstlich.

Um Bilder zu vergrößern, die bereits KI-generiert sind, ist die Funktion optimal. Für reale Fotos ist sie brauchbar, wird aber sehr sicher in Zukunft noch verbessert (Stand: November 2025).

Fazit: Photoshop 2026 wird persönlicher – und professioneller

Photoshop 2026 zeigt, wohin die Reise geht:

  • Retusche funktioniert an vielen Stellen fast automatisch.
  • Freisteller und Lichtstimmungen lassen sich intelligenter anpassen.
  • Hochskalierungen liefern deutlich bessere Ergebnisse als bisher.

Nicht alles wirkt schon perfekt, und an einigen Stellen sehen wir KI-typische Artefakte. Aber: Die neuen Funktionen fühlen sich nicht nach reiner Spielerei an, sondern nach echter Entlastung im Arbeitsalltag.

Für uns als Kommunikationsagentur bedeutet das:

  • weniger Zeit für technische Fleißarbeit
  • mehr Raum für Konzept, Idee und Storytelling
  • die Möglichkeit, in der Entwurfsphase schneller mehr Varianten zu visualisieren

Die neuen KI-Features automatisieren Schritte, die früher viel Zeit gekostet haben – und lassen uns mehr Raum für das, was wirklich zählt: kreatives Denken. So kann man hier und da noch eine Idee mehr visualisieren, und dennoch in der Entwurfsphase Zeit sparen – zwei Vorteile für unsere Kunden. 2026 fühlt sich an wie eine Version, die mitdenkt.